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Mal ganz ehrlich: Hast du das Gefühl, dass dein Backoffice dich trägt – oder eher, dass du dein Backoffice so gerade irgendwie hinter dir herziehst?

Ich bin fest davon überzeugt: Du brauchst kein perfektes System. Du brauchst ein System, das dich trägt. Vor allem dann, wenn du keine Lust auf Papierkram hast.
Genau da entscheidet sich nämlich, ob dein Backoffice wirklich gut ist – oder ob es nur dann funktioniert, wenn du hochmotiviert bist und einen guten Tag hast.

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In diesem Artikel geht es darum, wie Vertrauen in dein Backoffice entsteht, warum Perfektion oft im Weg steht und wie du mit einfachen Routinen eine stabile Basis fĂĽr dein Business schaffst.

Warum Vertrauen ins Backoffice so wichtig ist

In fast jedem Beratungsgespräch taucht irgendwann dieser Satz auf:
„Ich weiß gar nicht so genau, wie ich das mit dem Backoffice machen soll, ich bräuchte irgendwie ein System.“

Und dahinter steckt oft mehr als Unordnung. Dahinter steckt Unsicherheit:
Ist alles da, wo es hingehört?
Habe ich etwas vergessen?
Ist das so „richtig“, wie ich es mache?

Vertrauen ins Backoffice heiĂźt:

  • Du weiĂźt, wo deine Unterlagen sind.
  • Du musst nicht zehnmal nachschauen, ob eine Rechnung bezahlt ist.
  • Du musst nicht jeden Tag neu ĂĽberlegen, wie du was angehst.

Kurz gesagt: Dein System nimmt dir Arbeit ab, statt ständig neue Fragen aufzuwerfen.

Es liegt nicht an dir – es liegt am System

Vielleicht kennst du das: Du startest ein neues System.
Ab morgen machst du es anders. Ab jetzt wird alles sortiert, geplant, abgelegt.

Das funktioniert dann

  • morgen,
  • ĂĽbermorgen,
  • vielleicht noch ein paar Tage länger.

Und dann kommt der Alltag.
Es ist viel los. Du hast Kundentermine, Projekte, spontane Aufgaben – und schwupps ist das schöne System wieder vergessen. Am Ende hast du mehr Chaos als vorher.

Wichtig: Das bedeutet nicht, dass du „kein Ordnungstyp“ bist.
Es bedeutet nur, dass das System nicht zu deinem Alltag gepasst hat. Es war vielleicht zu groĂź gedacht, zu kompliziert, zu perfektionistisch.

Vertrauen entsteht nicht, weil du dir etwas „vornimmst“. Vertrauen entsteht, wenn ein System zu dir passt – und sich im Alltag bewährt.

Du brauchst keine Konzern-Ablage

Ein Klassiker ist die Ablage.
Viele glauben, sie bräuchten ein System, das aussieht wie in einer großen Firma mit mehreren tausend Mitarbeitenden. Braucht deine Selbstständigkeit aber nicht.
Du brauchst keine 20 Ebenen, keine ausgeklĂĽgelten Codes, keine Ablage in fĂĽnf Farben mit Unterunterordnern.
Du brauchst eine Ablage, mit der du findest, was du suchst. Punkt.

Genau das ist ausreichend. Mehr ist nicht notwendig – und ganz ehrlich: Mehr ist meistens nur Ballast.

To-dos: Nicht alles, was du tun könntest, musst du auch tun

Auch bei To-dos zeigt sich das Problem sehr deutlich.
Als Selbstständige könntest du jeden Tag unendlich viele Dinge tun. Es gibt immer noch etwas, das du machen könntest. Und wenn du fleißig Häkchen setzt, ist die Liste trotzdem nie leer.
Darum reicht es nicht, einfach nur alles aufzuschreiben.
Du brauchst klare Prioritäten.

Und ja, manches To-do erledigt sich erstaunlich zuverlässig durch Liegenlassen.

Ein hilfreicher Mini-Check, gerade fĂĽr deine Tagesplanung:

  • WĂĽrde ich das auch schaffen, wenn ich einen richtig schlechten Tag habe?
  • Wenn alles schief läuft und du nur mit halber Kraft unterwegs bist: Was wäre dann wirklich wichtig?

Wenn du deine Tage so planst, dass die erste Priorität auch mit halber Kraft machbar ist – und der Rest „nice to have“ bleibt – wird dein Plan realistischer und dein Alltag entspannter.

Routinen: Der unspektakuläre, aber wirksame Zauber

Bei einem guten System greifen alle Zahnräder ineinander.

Ein ganz entscheidender Baustein für Vertrauen sind Routinen. Routinen sind die Dinge, die du immer wieder machst – am besten in derselben Reihenfolge. So wie beim Zähneputzen. Du denkst ja auch nicht jeden Abend neu darüber nach, mit welchem Zahn du anfängst. Du machst es einfach. So darf sich auch dein Backoffice anfühlen.

Frag dich bei allem, was du als System oder Strategie einfĂĽhren willst:

  • Kann ich das wiederholen?
  • Kann ich das nächste Woche genauso wieder machen?

Wenn du jedes Mal neu überlegen musst, ist es zu kompliziert. Wenn du es fast blind könntest, bist du nah an einer guten Routine.

Ein Beispiel aus meinem Alltag: Mein Bank-Montag

Ein Beispiel aus meinem Backoffice:
Ich mache „Bank“ nur einmal in der Woche – meistens Montagvormittag, das ist mein Backoffice-Vormittag.

Was mache ich da?

  • Rechnungen prĂĽfen, die ich bezahlen muss
  • Zahlungseingänge kontrollieren
  • markieren, was bezahlt ist
  • wenn nötig: Mahnung schreiben

Und das alles in immer derselben Reihenfolge. Weil ich es jede Woche gleich mache,

  • vergesse ich so gut wie nie eine Zahlung,
  • weiĂź ich, wo welche Rechnung ist,
  • und der ganze Block „Geld kommt und geht“ ist aus dem Kopf raus.

Das ist keine große Show, keine perfekte Hochglanz-Buchhaltung. Das ist eine kleine, wiederholbare Routine – aber sie gibt mir Sicherheit. Genau solche Routinen bauen Vertrauen auf.

Der wichtigste Punkt: Es muss ausreichend sein

Der entscheidende Schritt fĂĽr dein Backoffice: Es muss ausreichend sein.

Nicht perfekt.
Nicht beeindruckend.
Nicht „so wie im Konzern“.

Es muss zu dir passen.

Ich sehe bei vielen Kundinnen, dass sie in einem Bereich überorganisiert sind und in einem anderen völlig verloren.
Beispiel:

  • Die vorbereitende Buchhaltung ist bis ins Detail durchstrukturiert.
  • Das Dokumentenmanagement dagegen ist so kompliziert, dass sie selbst nicht mehr wissen, wo was ist.

Dann wird das wunderbare System nicht genutzt – und das Vertrauen fehlt.

Ausreichend heiĂźt:

  • Es erfĂĽllt seinen Zweck.
  • Es ist so unkompliziert, dass du dich auch an schlechten Tagen daran hältst.
  • Es funktioniert fĂĽr dein Business – nicht fĂĽr ein Lehrbuch.

Wenn du genau weiĂźt:
„Wenn die Rechnung in diesem Ordner ist, ist sie bezahlt. Wenn sie in jenem Ordner ist, muss ich sie noch bezahlen.“

Dann ist das ausreichend. Und eben auch: sehr wirkungsvoll.

Vertrauen entsteht durch Tun, nicht durch Planen

Das ist mir wichtig: Vertrauen in dein Backoffice entsteht nicht, weil du einen besonders schönen Plan gemacht hast.

Es entsteht, weil du erlebst:

  • Meine Routine funktioniert.
  • Mein System trägt mich.
  • Ich kann mich darauf verlassen.

Wenn du alle drei Wochen etwas Neues ausprobierst, hat kein System die Chance, Vertrauen aufzubauen. Wenn du aber bei einer Routine bleibst, sie prüfst, leicht anpasst und dranbleibst – dann entsteht nach und nach genau diese Sicherheit, die du dir wünschst.

Fang klein an – und mach es passend

Du musst nicht dein komplettes Backoffice auf einmal umkrempeln.
Fang klein an.

  • Such dir einen Bereich, der dich gerade am meisten nervt.
  • Ăśberleg dir, wie du ihn einfacher, wiederholbar und ausreichend gestalten kannst.
  • Schreib dir die Schritte auf.
  • Probier es aus.
  • Justiere nach.

Und stell dir dabei immer wieder drei Fragen:

  • Ist es einfach genug?
  • Ist es ausreichend fĂĽr mein Business?
  • Kann ich es gut wiederholen?

Du brauchst keine komplizierten Systeme. Du brauchst passende Systeme.

Wenn du dir UnterstĂĽtzung wĂĽnschst

Wenn du merkst: „Ich brauche jeden Monat einen kleinen Schubs und ein paar konkrete Ideen“, dann könnte der Easy Office Club etwas für dich sein.

Dort gibt es jeden Monat ein Thema rund ums Backoffice, praktische Tipps und kleine Aufgaben, die du in deinen Alltag integrieren kannst, ohne dein komplettes Business auf den Kopf zu stellen. Du brauchst dafür nicht viel Zeit – du brauchst nur die Entscheidung, anzufangen und nicht wieder auf morgen zu schieben.

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