3 klare Symptome des Reaktionsmodus
Letzte Woche ist es mir mal wieder passiert. Es passiert sehr selten. Aber ich habe mich nicht so gut gefühlt – es war irgendwie so ein komischer Tag – und ich bin voll in den Reaktionsmodus im Business verfallen.
Wenn das ab und zu mal passiert, ist das kein Drama. Ich habe es gemerkt und habe gesagt: Moment mal – was habe ich eigentlich heute vorgehabt und was will ich heute tun?
Der Reaktionsmodus fühlt sich produktiv an. Du bist beschäftigt und du tust viel.
Aber führst Du? Habe ich geführt? Nein. Ich habe mich führen lassen.
Aber viele Solopreneurinnen merken das gar nicht. Nicht aus Faulheit – die tun ganz viel – sondern aus Gewohnheit. Weil sie es halt gewohnt sind, so zu arbeiten
So erkennst Du den Reaktionsmodus im Business
Symptom 1: Du startest Deinen Tag ohne klaren Fokus
Du hast keinen Plan: Was steht heute an? Was ist heute wichtig? Was hat Prio 1? Und was kann ich dann noch machen, wenn ich noch Zeit habe?
Meist fängt es damit an, dass Du zuerst in Dein E-Mail-Postfach schaust. Was steht da Wichtiges drin? Oder Du liest Nachrichten. Oder Du „dattelst“ auf Social Media rum – was gibt’s denn da Neues? Und dabei merkst Du nicht, dass Du Dich von dem, was Du eigentlich tun willst, entfernst.
Oder auch beliebt: Du fängst an, die To-dos zu bearbeiten, die gestern liegen geblieben sind. Vielleicht sind sie Dir heute gar nicht mehr so wichtig. (Wenn es etwas Wichtiges ist, ist das sicher richtig. Und ja: Manchmal bleibt auch etwas Wichtiges liegen.)
Jemand hat mir mal ein altes amerikanisches Sprichwort genannt: Das quietschende Rad bekommt das Öl.
Also das, was laut wird. Was Aufmerksamkeit will. Hör mal zu, guck mal hier, ich bin ganz wichtig. Ich quietsche ganz laut.
Das bekommt dann die Aufmerksamkeit. Aber ist es wirklich das, was wichtig ist?
Wenn Du in diesem Modus bist, entscheidest Du nicht, was heute zählt. Dann tun es andere für Dich: die, die Dir eine E-Mail schreiben, Dir eine Nachricht schicken, Dich anrufen – oder auch einfach die Post, die reinkommt.
Symptom 2: Du verschiebst strategische Aufgaben
Ja, ich weiß: Das braucht Zeit.
- Was ist Deine Positionierung?
- Wie sieht Deine Angebotsstruktur aus?
- Was ist die langfristige Planung?
Klar – wenn Du Dich heute damit beschäftigst, bringt Dir das nicht morgen oder übermorgen Geld. Aber das sind die Dinge, die Dein Unternehmen tragen.
Weil Du nachschärfen kannst:
- Ist Deine Positionierung noch so, wie Du sie haben möchtest?
- Ziehst Du vielleicht die falschen Leute an?
- Ist Deine Angebotsstruktur so, wie Deine Interessentinnen sie verstehen? Oder denken die: „Jetzt hat die was gesagt, aber ich weiß gar nicht, was ich da buchen soll?“
- Planst Du nur kurzfristig – oder planst Du langfristig? Also jetzt schon mal daran denken: Es ist März. Was soll im September passieren? Und was musst Du dafür vielleicht heute schon tun, damit es dann passiert?
Das machst Du nicht, weil Du keine Ideen hast. Sondern weil Dringendes immer lauter ist als Wichtiges. Das quietscht. Das schreit. Das lenkt Deine Aufmerksamkeit auf sich. Es drängt sich so vor, dass Du die wirklich wichtigen Sachen vergisst.
Und dann ist September – und Du hast nichts vorbereitet. Dann wird das, was Du eigentlich machen wolltest, nichts.
Und das ist das Gemeine: Du arbeitest ja viel. Es ist nicht so, dass Du nicht arbeitest. Du arbeitest sogar sehr viel – aber Du bewegst nichts in Deinem Business.
Symptom 3: Du zweifelst, obwohl Du so viel leistest
Das ist etwas, das ich bei vielen Solopreneurinnen feststelle: Sie zweifeln, ob ihre Business-Idee gut ist. Und sie zweifeln, ob sie selbst gut sind. Und das ist kein tragfähiges Fundament für ein Business.
Du setzt Dich ein. Du gibst Einsatz. Du kümmerst Dich. Du bist zuverlässig. Und trotzdem fühlt es sich nicht stabil an. Du hast nicht das Gefühl, dass Du in Deinem Business erfolgreich bist. Warum? Weil Reagieren kein Fundament baut.
Du bist nicht gefragt, beschäftigt zu sein. Du bist gefragt, ein Unternehmen zu führen – auch wenn Du „nur“ Solopreneurin bist.
Es liegt nicht an Deiner Disziplin. Und auch nicht an Deiner Kompetenz.

Das Problem ist nicht, dass Du undiszipliniert bist. Du sitzt am Schreibtisch und arbeitest und raffst Dich immer wieder auf – und machst dann das, was gerade geschrien hat.
Es ist auch nicht Deine Kompetenz. Du bist garantiert kompetent genug für Dein Business. Das ist bei keiner Frau, die ich kenne, das Problem.
Das Problem ist: Du führst Dein Business nicht bewusst. Du reagierst auf alles – aber Du agierst nicht. Und solange das so bleibt, wirst Du immer hinterherrennen. Und Dich auch so fühlen. Ich renne den ganzen Tag … und dann ploppt eine E-Mail auf. Und dann kommt ein Telefonanruf. Und nochmal dies. Und nochmal das. Ich werde einfach nicht fertig.
Und ja: Das ist der Beginn vom Ende.
Oder Du entscheidest Dich.
Du entscheidest, was Dir heute in Deinem Unternehmen wichtig ist. Was Du wichtig findest. Nicht, was die anderen von Dir wollen. Du verschiebst das Strategische nicht immer wieder. Du hast Deine Zeiten, wo Du Dich darum kümmerst, wie es in Deinem Business weitergehen soll.
Und Du setzt Standards. Auch für Dich selbst. Der Standard ist nicht, dass Du 24/7 für Deine Kundinnen erreichbar bist. Sondern dass Du 24/7 CEO in Deinem Unternehmen bist.
Dass Du entscheidest:
Wann habe ich Zeit für Kundenansprache?
Und wann muss ich andere Dinge machen?
Wenn Du Dich hier wiedererkennst
Wenn Du jetzt spürst: Genau so arbeite ich. Ich arbeite in meinem Unternehmen. Ich bin meine beste Angestellte. Ich mache immer alles. Dann ist das kein Scheitern. Das ist das, was wir gelernt haben. Wir haben gelernt, auf alles zu reagieren. Schon kleine Mädchen müssen „richtig reagieren“. Aber wenn Du das erkennst und sagst: So will ich nicht weitermachen – dann kannst Du das ändern.
Schritt für Schritt. Ohne Druck. Aber mit Führung.
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Danka an Mudassar Iqbal für das treffende Bild.

